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Spülgedanken

Man kann nicht behaupten ich hätte bei meinen Eltern keine schöne Kindheit verbracht. Ich hatte meine Freiheiten; mehr als die meisten, weniger als manche Söhne und Töchter; meine Mitarbeit im Haushalt war auf ein Minimum beschränkt (obwohl ich zu der Zeit eine andere Meinung vertrat); und wenn ich Hilfe brauchte, wusste ich, dass ich mich an sie wenden konnte.
Trotzdem ging es irgendwann nicht mehr gut mit uns. Also beschlossen wir, dass etwas Distanz unserer Beziehung gut tun würde.
Was manchen erst vergönnt ist, wenn sie mit der Schule fertig sind, wurde bei mir schon früher Realität: von zuhause ausziehen.
Gesagt, getan. Kosten kalkuliert, Wohnung gesucht, Wohnung besichtigt, Wohnung bekommen, eingezogen. Natürlich mit Mamis und Papis Hilfe beim Umzug; ohne Mami hätte ich noch heute keine Vorhänge und ohne Papi hätte schon rein logistisch nichts funktioniert.
Am Anfang ist alles neu und aufregend und irgendwie frei. Keiner sagt mir mehr wann ich was zu tun habe. Auch die Konsequenzen daraus muss ich jetzt selber tragen. Sich erwachsen fühlen, erwachsen handeln.
Sagte früher noch meine Mutter zu mir: „Mensch Jana, wie sieht’s denn hier aus? Räum doch endlich mal auf!“, so sagt mir das heute mein erwachsenes Ich. Manchmal setzt sich mein kindlich-faules Ich durch, aber dann muss doch irgendwann wieder die erwachsene Jana die liegen gebliebenen Arbeiten erledigen.
Ich finde ich habe mich verändert, seit ich alleine wohne, vielleicht nicht nach Außen hin, aber im Inneren gewinnt immer öfter das erwachsene Ich.
Wie man auf die Idee kommt, zwei oder mehr Persönlichkeiten zu haben? Beim Geschirr spülen. Während man eine solche monotone Arbeit verrichtet, hat man sehr viel Zeit zum Nachdenken und zur Selbstreflektion. Andere „Spülgedanken“? Ich habe erst jetzt schätzen gelernt, was für mich früher selbstverständlich war. Zum Beispiel eine saubere Wohnung. Mein Zimmer sah immer aus, als hätte dort eine Bombe eingeschlagen, aber dafür war ja auch ich allein zuständig.
Es ist einfach unglaublich, wie schnell so eine Wohnung schmutzig oder so ein Kühlschrank leer wird. Sehr beeindruckend, dass meine Mama es schafft jeden Tag von neuem gegen diese Phänomene anzukämpfen, ohne irgendwann zu schwächeln...
Eine andere interessante Beobachtung die ich gemacht habe ist, dass mir viele soziale Interaktionen fehlen. Früher war die Frage nach der Schule eher lästig. Na wie soll’s dort schon gehen? Mal war ein Lehrer ungerecht, mal die Klausur blöd, mal gut. Kurz: „So wie immer halt.“
Eine Studie hat ergeben dass Frauen ungefähr 10 000 Worte pro Tag von sich geben. Ohne die üblichen Gespräche beim Abendessen fallen bei mir sehr viele Worte weg. Trotzdem möchte mein Organismus gerne, den ihm zu Verfügung stehenden Wortschatz voll ausschöpfen. Folglich passiert es mir in letzter Zeit sehr häufig, dass ich mich dabei ertappe, wie ich in Gegenwart von Menschen zu einer ausgemachten Labertasche werde. Meine engsten Freunde beginnen inzwischen sich zu wünschen, ich hätte einen Not-Aus-Schalter.
Bei Überstrapazierung ihrer Ohren, bitte zerschlagen Sie das Sicherheitsglas und drücken Sie den roten Knopf.
Bei Überstrapazierung ihrer Augen, bitte drücken sie auf das kleine [x], rechts oben. Danke.

1.6.07 12:47
 


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